Mit Fug und Recht kann aus Sicht der GFB behauptet werden, dass die Wartezeiten aufeinen Facharztbesuch in Deutschland im internationalen Vergleich deutlich niedriger sindals in den übrigen EU-Mitgliedsstaaten. Richtig ist, dass sich Ad-hoc-Termine nur beiAkut- bzw. Notfallpatienten realisieren lassen! „Facharztpraxen sind eben keineSupermärkte, die von jedem und zu jeder Zeit beansprucht werden können", meint Dr.med. Siegfried Götte, Vorsitzender der GFB. Facharztpraxen arbeiten strukturiert undpatientenorientiert. In dieser Struktur müssen sie fallbezogen arbeiten und zwischenAkut- bzw. Notfallbehandlungen und anderen Patienten unterscheiden. In der Regelumfassen Akutbehandlungen nur den kleineren Teil fachärztlicher Inanspruchnahmen undVersorgungen. Die Mehrheit der Behandlungen kann nach entsprechender Terminvergabeerfolgen. Zudem sind insbesondere Facharztgruppen betroffen, die ohnehin eine geringeArztzahl aufweisen.

Die Äußerungen des Ministers sind daher wenig hilfreich und aus Sicht der GFB nurgeeignet, Unruhe unter allen Beteiligten zu stiften, ohne jedoch einen sinnvollen Ablaufder Patientenversorgung zu unterstützen.

Vertragsärzte sind verpflichtet eine Mindestsprechstundenzeit von 20 Std. zu garantierenund dies gegenüber ihrer KV zu dokumentieren. Erweiterte Wesentlich umfangreichereSprechstundenzeiten sind die Regel. Sondersprechstunden wie zum Beispiel Abend- oderSamstagssprechstunden werden häufig von Patienten gar nicht erst wahrgenommen.

Die Empfehlung des Ministers, bei langen Wartezeiten auf Kliniken auszuweichen ist fürdie GFB wenig zielführend. Ablaufbedingt sind Kliniken überhaupt nicht in der Lagederartige Patienten zeitnah und in den geforderten kurzen Wartezeiten selbst bei vielenNotfällen zu versorgen. Ihr Versorgungsauftrag ist zur bestehenden flächendeckendenwohnortnahen fachärztlichen Versorgung komplementär zu werten. AmbulanteBehandlungen erfolgen in der Mehrzahl der Fälle nicht routinemäßig von einem Facharzt,sondern im Gegensatz zur fachärztlichen Praxis durch Weiterbildungsassistenten, alsoggf. angehende Fachärzte.